Impffälschungen

Kurioses um Impffälschungen

Ende Juli wurde (in den österreichischen Medien nur klein, in internationalen Zeitungen teils durchaus groß angelegt) über ein – vorsichtig ausgedrückt – „Kuriosum“ um gefälschte Impfstoffe berichtet.

Zehn Verdächtige wurden von der indonesischen Polizei in Haft genommen, nachdem man eine Bande ausgehoben hatte, die dafür verantwortlich zeichnete, Kindern unter 5 Jahren Pseudoimpfungen verabreicht bzw. an die verabreichenden Ärzte verkauft zu haben.

Es wurde auch ein „Impfstoffhersteller“, der zahlreiche öffentliche Gesundheitseinrichtungen in Indonesien beliefert hatte, polizeilich geschlossen, er hatte keine Lizenz. Offenbar gab es hier nicht nur eine Produktionsstätte auf Java, sondern mehrere, über die Inseln verstreut.

Etwa 200 Chargen Hepatitis-B- Impfungen, über 200 Polio-Impfchargen und 55 Antidote gegen Schlangengift wurden bisher sichergestellt, den Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Die Gesundheitsbehörden wiesen die Eltern in ganz Indonesien darauf hin, dass mit den von diesem betrügerischen Hersteller erzeugten Impfstoffen natürlich keine Immunisierung möglich sei, überdies wurden die „Pseudoimpfstoffe“ offenbar unter unhygienischen Bedingungen (nicht steril) hergestellt. Ein Ausschnitt aus den Jakarta Times, mit dem die Behörden die Bevölkerung sowohl informierten als auch zur Ruhe aufriefen, liest sich ein wenig bizarr. Man teilt mit, dass nach Verimpfung verunreinigter Impfstoffe ein sepsisähnliches Zustandsbild möglich sei mit hohem Fieber, Appetitverlust und Pulsbeschleunigung, dies möge jedoch kein Grund zur Sorge sein, da das nach Impfungen auch passiere – persönlich aus dem Englischen übersetzt . . .

Andernorts wurde eine weitere Fabrik mit Zweigniederlassungen, die Pseudoimpfstoffe herstellte, ausgehoben, dort wurden weitere fünf Personen, die mit der Herstellung von „Masern-, Polio-, BCG-, Tetanus- und Hepatitis-B-Impfstoffen“ im großen Umfang beschäftigt waren, in Haft genommen.

Die Angelegenheit wurde als so gravierend eingestuft, dass das Gesundheitsbudget für das Jahr 2017 bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge im Parlament auf Eis gelegt wurde und sämtliche Namen sowohl von Tätern, Verteilern als auch den derartig „geimpften“ Kindern bekannt wären.

Eine eigene „Fake Vaccine Task Force“ wurde eingerichtet, da es sich um einen, so heißt es in den Jakarta Times wörtlich, „das ganze Land umspannenden Impffälscherring“ handle.

Indonesische Ärzte und auch eine internationale bekannte Pharmafirma, die konkurrierende „echte“ Impfstoffe herstellt,begannen bereits 2011 auf das Problem hinzuweisen, dass offenbar in Indonesien gefälschte Impfstoffe in Umlauf gebracht würden; es geschah jedoch nichts.

Interessanterweise gibt es laut der Zeitung bisher keinen Hinweis auf eine Zunahme dieser „impfpräventablen“ Erkrankungen, obwohl, um es zusammenzufassen, tausende Personen über mindestens 6 Jahre hinweg – andernorts vermutet man 10 Jahre – mit wirkungslosen Scheinpräparaten „immunisiert“ wurden. Der Verfasser wird sich bemühen, die Leser über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden zu halten.

 

Dr. Kurt Usar